„Die Mafia in Deutschland“

„Die Mafia in Deutschland“ war das Thema bei der Monatsversammlung der Senioren-Union Wolfsburg. Vorsitzender Günter Odenbreit konnte als Referenten OStA i.R. Dr. Hans-Jürgen Grasemann aus Braunschweig begrüßen.

Ca. 100 Mitglieder und Gäste waren gekommen, um sich diesen interessanten Vortrag anzuhören.
Links im Bild: OStA i.R. Dr. Hans-Jürgen GrasemannLinks im Bild: OStA i.R. Dr. Hans-Jürgen Grasemann
Geldwäsche, Schutzgelderpressung und Drogenhandel in Deutschland ? Die Mafia ist längst nicht mehr nur in Italien aktiv. „Diese kriminellen Organisationen sind am gefährlichsten, so lange man nichts von ihnen hört“, so Dr. Grasemann. Wenn dann aber Schüsse fielen, wie 2007 beim sechsfachen Mord vor einem italienschen Restaurant in Duisburg, gingen die Clans aufeinander los.

Das BKA schätzt, dass die italienschen Mafiabanden, die zumeist aus Kalabrien - wie die 'Ndrangheta' und von der neapolitanischen 'Camorra' - kämen, 1200 Mitglieder hätten. Die sizilianische 'Cosa Nostra' ist heute nicht mehr so stark vertreten und kleinere Gruppen stammen von der 'Sacra Corona Unitas' aus Apulien. Seit den 90er Jahren gehen 3500 Morde auf das Konto der italienschen Mafia. Weiter führte Dr. Grasemann aus, dass die 'Ndrangheta' heute mit einem geschätztem Jahresumsatz von über 50 Milliarden Euro die mächtigste Mafia- Organisation in Europa ist. Wichtigste Einnahmequelle sind der Drogenhandel und die Müllentsorgung. In Deutschland hat sich die Mafia ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen, schweigend in die Gesellschaft eingeschlichen. Der  Bodensee und besonders Stuttgart ist eine Hochburg der Mafiosi.

Dem Problem Mafia werde nicht so viel Aufmerksamkeit beigemessen, denn die 'Omerta', die Schweigepflicht der Mafiosi, verdecke alles. Nur wenn einer aus dem innersten Kreis, der die Strukturen kenne und sein Leben in Gefahr sehe, sein Wissen der Polizei anbiete, gelinge es, große Schläge gegen diese Verbrecherstrukturen auszuführen.

Abschließend sagte Dr. Grasemann :„Die Mafia ist eine Krake, die weiss, dass sie sich in Nordeuropa breitmachen kann, solange sie unauffällig arbeitet.“
             
Die Wolfsburger Senioren dankten Dr. Grasemann mit langem Beifall. Anschließend musste der Referent noch viele Fragen beantworten.

„Dr. Grasemann hat es wieder einmal verstanden, ein schwieriges Thema interessant, für den Laien verständlich und mit viel Humor versehen, den Mitgliedern und Gästen der Senioren-Union Wolfsburg nahezubringen“, so Vorsitzender Odenbreit in seinen abschließenden Worten.

SUN-LPN Holm Eggers, Text: Wolfgang Mahlstedt, Bild: Günter Odenbreit

Nachstehend der Artikel zu der Veranstaltung in der Online-Ausgabe des Wolfsburger Blattes:

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