Die Senioren-Union informierte sich über die Bergbaugeschichte Salzgitters. Der Referent Friedrich-Wilhelm Nauholz kannte Salzgitters Schächte und Tagebaue aus seiner beruflichen Zeit.
Die Eisenerzverhüttung wurde durch historische Funde bereits im 3. Jahrhundert n. Chr. nachgewiesen. Im 12. Jahrhundert wurde eine Saline bei Gitter erwähnt.
Text u. Fotos © Hans VerstegenDer Name Soltga (Salzgau) für den hiesigen Raum tauchte schon vor dem Jahre 940 auf. Im 12. Jahrhundert wurde ein Brunnen zur Solegewinnung erwähnt.
In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden nach der Entdeckung der Kalisalze bei Staßfurt und der Bedeutung als Düngemittel für die Landwirtschaft, auch nördlich des Harzes Kalibergbau betrieben, in Thiede die Schachtanlage „Thiederhall“, die von 1893 - 1924 Speise- und Kalisalz förderte, und der Schacht „Friedrichsroda“ bei Flachstöckheim. Ein weiterer Versuch auf dem Greif in Salzgitter-Bad mit der Schachtanlage „Fürst Bismarck“ musste, da keine abbauwürdige Kalilager angetroffen wurden, eingestellt werden, obwohl man bis 1075m in den Salzstock eingedrungen war und mehrere Untersuchungsstrecken aufgefahren hatte.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden im kleinen Umfang im Bereich Finkenkuhle, Hann.-Treue und Haverlahwiese sowohl im Tagebau als auch im Tiefbau Eisenerz gewonnen. Nach dem Verlust der lothringischen Erzgruben nach dem 1. Weltkrieg wurde der Erzbergbau im Salzgitter forciert. Nachdem durch die Erfindung von Paschke und Petz die sauren Erze aus Salzgitter verhüttet werden konnten, wurden zahlreiche Gruben errichtet.
Interessierte Zuhörer bei dem Vortrag von Friedrich-Wilhelm Nauholz. Zum Vergrößern bitte das Bild anklicken. Nach einer Zwangspause mit Ende des 2. Weltkrieges begann von 1946 bis Anfang der 60er Jahre eine zweite Blüte des Erzbergbaus in Salzgitter. Als letztes Bergwerk nahm 1965 Schacht Konrad seinen Gewinnungsbetrieb auf. In den 1960er Jahren kriselte der Bergbau in Salzgitter. Ab 1967 blieben von den vielen Gruben nur Haverlahwiese und Konrad in Betrieb. 1975 stellte Konrad die Förderung ein und in Haverlahwiese verließ am 30.06.1982 der letzte Förderwagen die Grube.
Friedrich-Wilhelm Nauholz bedauerte, dass von den vielen Fördertürmen heute nur noch Schacht Konrad 1 existiert. Er würde gerne an den ehemaligen Standorten Informationstafeln errichten, die über den jeweiligen Standort berichten.