Zu einer Information und Diskussion über die umstrittene Stromtrasse „SuedLink“ hatte die Senioren-Union der CDU Hameln-Pyrmont ihre Mitglieder in den Energietreff der Stadtwerke Hameln eingeladen. Der Kreisvorsitzende der Senioren-Union, Walter Klemme, konnte dazu als kompetente Referenten den CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Vietz, den Landtagsabgeordneten Otto Deppmeyer sowie den Vorsitzenden der Bürgerinitiative Weserbergland, Rolf Keller, begrüßen.
Rolf Keller berichtete zunächst über den Stand der Gespräche und Verhandlungen der „Bürgerinitiative Weserbergland“. Nach der Entscheidung, dass die Kernkraftwerke still gelegt werden, müsse die entstehende Energielücke anderweitig geschlossen werden. In der Küstenregion und insbesondere in Niedersachsen werde genügend Windenergie erzeugt, die jedoch nach Süddeutschland transportiert werden müsse. Dies werde grundsätzlich anerkannt.
Keine Einigkeit konnte jedoch bisher über die Trassenführung und die Art der Leitungen erzielt werden. Es handelt sich um Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen, und zwar als Freileitung mit einer Gleichspannung von 500.000 Volt. Dabei entstehen die wenigsten Übertragungsverluste, allerdings kann auf der Gesamtstrecke unterwegs kein Strom entnommen werden. Die Betreiberfirma TenneT schlug Anfang 2014 den Verlaufsplan für die Trasse von Wilster nach Grafenreinfeld vor. Dabei habe man dicht besiedelte Bereiche umgangen.
Entscheidungsgremium hierfür ist die Bundesnetzagenturals verantwortliche Regulierungsbehörde. Die geplanten Kosten liegen nach Aussage von TenneT im unteren einstelligen Milliardenbereich. Für die Bürgerinitiative gehe es darum, dass das Weserbergland verschont werde oder Erdverkabelung, für die es neue Technologien gebe, erfolge. Aufgrund der Proteste sei eine Vielzahl von Alterativlösungen vorgeschlagen worden. Er zeigte anhand von Karten den Verlauf im Kreisgebiet auf.
Michael Vietz MdB erläuterte den Entscheidungsgang im Bundestag. Eine endgültige Festlegung auf eine bestimmte Streckenführung durch die Bundesnetzagentur sei von den Verhandlungen der Beteiligten abhängig. Otto Deppmeyer MdL, kritisierte, dass das Land Niedersachsen zunächst darauf verzichtet habe, eigene Vorschläge für die Trassenführung zu machen. Klar sei, dass Niedersachsen die Leitung braucht, weil es Windland Nummer eins ist. Es müsse aber eine Trasse gefunden werden, die von den Bürgern akzeptiert werde. In diesem Zusammenhang wies Deppmeyer auch darauf hin, dass bereits die CDU/FDP Landesregierung ein Erdkabelgesetz beschlossen hat. Darüber hinaus erklärte er, dass von einer Gleichstrom-Freileitung gesundheitliche Gefahren nicht ausgehen.
In der regen Diskussion wurde insbesondere die Forderung gestellt, eine Erdverkabelung zu bevorzugen wo es erforderlich wäre. Man brauche dann nicht im Zickzack durch das Weserbergland zu gehen. Kritisiert wurde auch die Art und Weise der Finanzierung des Milliarden-Projekts, dessen Kosten die Stromkunden bezahlen müssen. Die Frage, warum nicht als Trasse der ehem. Todesstreifen der Zonengrenze mit geringer Besiedlung gewählt werde, konnte nicht abschließend geklärt werden. Rolf Keller bot an, dass weitere Vorschläge oder Fragen an Beauftragte der Bürgerinitiative gerichtet werden könnten.
Der Kreisvorsitzende der Senioren-Union Walter Klemme fasste abschließend zusammen, dass man sich weiter einmischen wolle. Die Erdverkabelung sei hierbei ein wesentlicher Punkt. In jedem Falle dürfe das Weserbergland als Tourismus-Region und Naturpark nicht verschandelt werden.