Senioren-Union Salzgitter besucht Königs Wusterhausen und Kloster Lehnin

Die Senioren-Union fuhr am 15. September der Sonne entgegen in Richtung Osten.

Morgens auf dem Weg in Richtung Berlin, rasteten die Teilnehmer schon traditionsgemäß auf der Raststätte Buckautal für einen Sektimbiss.
Die Reisegruppe vor dem ehemaligen Jagdschloss in Königs WusterhausenDie Reisegruppe vor dem ehemaligen Jagdschloss in Königs Wusterhausen
Weiter ging es dann nach Königs Wusterhausen. Erstes Ziel in dem Ort war die Kreuzkirche, deren Vorgängerbau 1717 geweiht wurde. Nach dem achteckigen Turm (1822) erhielt die Kirche 1889 die Seitenschiffe und den Altarraum. Dem Grundriss verdankt sie ihren heutigen Namen. König Friedrich I. ließ 1706 am Platz der Königsloge eine Orgel im norddeutschen Barockstil einbauen.



Den Platz ziert heute noch ein preußischer Adler an der Decke. Der Adler war in Zeiten der SED-Diktatur ein Stein des Anstoßes. Die Übermalung konnte mit dem Hinweis auf die zweite Strophe von „Lobe den Herren“ verhindert werden, in der es heißt „. . . der dich auf Adelers Fittichen sicher geleitet . . .“.



Danach wurde das ehemalige Jagdschloss besichtigt. Friedrich Wilhelm erhielt es Heiligabend 1698 von seinem Vater zum Geschenk. Er führt eine sparsame Hofhaltung und hielt hier seine bekannten Tabakskollegien ab. Außerdem unterzeichnete er in dem Schloss das Todesurteil gegen Leutnant Katte, der dem Kronprinzen Friedrich bei seinem Fluchtversuch geholfen hatte. Im Schloss sind zahlreiche Gemälde ausgestellt, die Friedrich Wilhelm gegen Ende seines Lebens gemalt hatte. Er hatte jedoch einen Maler, der die Umrisse vorzeichnete, und einen Farbmischer, der ihm die richtigen Farben vorbereitete. Heute würden wir „Malen nach Zahlen“ dazu sagen.



Die Rückfahrt wurde in Kloster Lehnin unterbrochen. Das ehemalige Zisterzienser-Kloster wurde 1180 vom Markgrafen Otto I. gegründet. Es war das erste Kloster in der Mark Brandenburg. Der Legende nach war Otto I. nach einer anstrengenden Jagd unter einer Eiche eingeschlafen. Im Traum erschien ihm ein weißer Hirsch, der ihn mit seinem Geweih aufspießen wollte. In Todesangst rief er den Herrgott an, ihn zu retten. Der Hirsch ließ von ihm ab und er versprach, an der Stelle ein Kloster zu gründen. Auf der Treppe zum Altar befindet sich heute noch ein verkieselter Eichenstumpf.



Nach der Säkularisation verfiel das Kloster. Ein Zwischenhoch bescherte die Kurfürstin Luise Henriette, die die Anlage in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu ihrer Sommerresidenz machte. Im 18. und 19. Jhdt. verfiel das Kloster und wurde zeitweilig als Baustoffquelle genutzt. Ende des 19. Jahrhunderts. wurden die Hohenzollern wieder auf den Komplex aufmerksam und bauten ihn in einer frühen Form von historischer Denkmalpflege neu auf. 1911 kaufte die Evangelische Landeskirche die Gebäude und gründete das Luise-Henrietten-Stift. Nach verschiedenen Nutzungen in der Nazi- und SED-Diktatur beherbergt es seit 1993 wieder verschiedene Einrichtungen der Diakonie.

Auf dem Weg nach Hause ging es wieder der Sonne entgegen. Alles in allem war es ein schöner Tag mit vielen neuen Erlebnissen.

Zusammenstellung: LPS Holm Eggers - Text und Bilder: Hans Verstegen